The Kitchenettes

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The Kitchenettes

Lead-Vocals: Nicole Schlachter, Bass: Christoph Meneghetti; Guitars: Lukas Isenegger; Organ & Keys: Bennet Uk; Drums: Flurin Mück; Trumpet: Pascal Fernandes; Altsax: Joel Schmidt; Trombones: Christoph Huber, Louis Blaser

Kerl, ich will auch so Musik machen!

„Was diese Combo auf die Bühne und ins Publikum schmettert, ist schlicht gesagt umwerfend!“ Mit diesen Worten sucht der Veranstalter im Kammgarn, Schaffhausen, nach der Live-Performance von T.B.B.f.T.K. das verlorene Gleichgewicht. MC Anliker vom Café Mokka schreibt von der „Entdeckung des Festivals am Schluss!“. Während Linz der Band gemäss einem österreichischen Veranstalter „zu Füssen liegt“. Die zahlreichen Fans überschütten die Basler mit Rosenblüten der Art „Stuttgart loves you!“, „Coolste Band auf der Summer Safari!“ und „You were the best band on Mighty Sounds in Czech Rep!“ – Die Band kann mit diesen Komplimenten umgehen. Waren ja nur 150 Bands.
The Basement Brothers feat. The Kitchenettes – das ist lebendiger Soul, schnittige Arrangements und eine scharfe Performance. „Eine Konzentration an Good Vibes“, wie 20 minuten titelt. Oder wie die Fans sagen: „Oaaaaaaah!!“ - Das sagt doch alles. Ein schönes Kompliment ist auch im Homepage-Gästebuch zu finden: „Hab euch am Openair St.Gallen gesehen. Sind raus gelaufen und habe zu meinem Freund gesagt: Kerl, ich will auch so Musik machen!” Doch am Anfang all dieses süssen Gezwitschers steht eine Reise.

Die Quelle der Seele

Gute Musik machen, zu der man tanzen will. Mit diesem Ziel begeben sich eine Hand voll Musikbesessene an einem kalten Novembertag 2003 auf eine längere Reise in die Mitte des letzten Jahrhunderts. Auf eine Reise an die Quelle der Seele. In schier endlosen Listening-Sessions graben sie nach Raritäten und versteckten Soul-Klassikern. Dabei schauen sie den talentiertesten Sterneköchen der Motown-Küche über die Schulter und entdecken die heissesten Offenbarungen des Northern Soul. Dann geht’s in den Keller. Nach ersten Jams wird die Band komplettiert und gibt sich zu Ehren der Funk Brothers - der Motown-Studioband - fortan den Namen „The Basement Brothers feat. The Kitchenettes. The Kichenettes, das sind die drei Frontfrauen, die die scharfen Soulgerichte ab sofort stilgerecht zum Kochen bringen.

Hören, kopieren, verarbeiten, aufnehmen

In der Küche der Kitchenettes analysiert man die perfekten Zutaten und eignet sich das Handwerk an, Soul-Songs möglichst nahe am Original nachzuspielen. Die Band ist der Meinung, dass man diesen Sound nur spielen kann, wenn man ihn verinnerlicht hat. So ist auch das Repertoire der ersten Konzerte der Band geprägt durch die Originalsongs aus den 60er-Jahren. Die Live-CD „Do the cooljerk“ (aufgenommen an Weihnachten 2005 in der Kuppel, Basel) zeugt von dieser Phase und zeigt die Band, wo sie am stärksten ist – auf der Bühne. Leadsängerin Nicole Schlachter zieht das Publikum mit ihrer vielseitigen Stimme in den Bann. Und die Band vermag mit treibenden Beats, satten Bläsersätzen und schweiss- treibenden Tanz- und Gesangseinlagen die Herzen der Zuschauer jeweils im Sturm zu erobern.

Wiener Schnitzel und Dresdner Christstollen

Der Geheimtipp aus Basel wird rasch zu einem gerne gesehenen Gast auf nationalen und internationalen Bühnen. Wien, Linz, Dresden, Leipzig, Como und die Summer Safari in Rosslau stehen im Fahrtenschreiber, dann auch eine zwei-wöchige Deutschlandtour. Das Kollektiv wächst zu einer Familie zusammen und verändert sich personell kaum. Diese Kontinuität ist sicher eine der Stärken der Band. Veränderung kündigt sich aber andern Orts an.

Der Wunsch, sich mit eigenen Federn zu schmücken

Die Musik entwickelt sich im Laufe der Zeit. Die Covers verschwinden allmählich.  Die grossen Vorbilder manifestieren sich nun in energetischen Eigenkompositionen. Mit „You pick my Love“ lanciert die Band im Sommer 2006 einen ersten eigenen Song auf Vinyl. Die Single ist schon nach kurzer Zeit vergriffen und findet über die DJs ihren Weg an Soulniter in ganz Europa. Folglich ist das Jahr 2007 geprägt von Phasen intensiven Songwritings. Die Band hegt den Wunsch, eine eigene CD aufzunehmen. Und dies nicht irgendwo. Sondern in der Heimat des Northern Souls, auf analogem Equipment. So reist die Band sectionweise nach England. Sogar ein Streicherensemble fliegt mit, um in den legendären Konk-Studios von Ray Davies, dem Sänger der Kinks, das erste Album mit ausschliesslich eigenen Songs einzuspielen. Illustre Gäste gingen hier schon ein und aus. In jüngster Zeit aber vor allem Britische Indiebands. Im November 2007 drehen sich die Bänder im Studio jedoch ausschliesslich um Soul. Heraus kommt „Speak Up! (When You Say Love)“, ein Album mit 13 eigenständigen Songs. DRS 3 lässt die Single „Keep you satisfied“ über den Äther rauschen, diverse Lokalradios spielen diesen und andere Tracks ab dem Album. Basel 1 überträgt im Juni 2008 einen Konzertmitschnitt auf dem Sender.

Live-Rasereien und Wettbewerbsgewinn

Im Sommer 2008 steht die Band auf diversen Openair-Bühnen, zuerst im Rahmen der Euro 08, dann am Mighty Sounds in Tschechien, an dem das Publikum ab der Performance der Kitchenettes total ausrastet. Anders kann man es nicht beschreiben. Es folgen Auftritte in der Winston-Lounge am Openair St. Gallen und in Gampel, ein Gig für Migros Kulturprozent in Rüschlikon, das familiäre Openair Malans, die unvergessliche Show am Rock Oz`Arènes in Avenches als letzte Band des Festivals, schliesslich der fulminante Auftritt an den Winterthurer Musikfestwochen auf der Hauptbühne. Dann heissts byebye für die beiden Backingsängerinnen, welche neue Herausforderungen annehmen. Der harte Schlag für die Band wird sanft aufgefangen, als die beiden neuen Sängerinnen sich mit grossem Engagement für die bevorstehende Deutschland-Tour rüsten und T.B.B.f.T.K. gleichzeitig den Regio-Sound-Credit vom Rockförderverein Basel zugesprochen erhalten. So geht’s fast nahtlos und mit neuer Energie weiter nach Prag und in diverse deutsche Städte: Berlin, Hamburg, Köln, Halle, Leipzig etc. Diesmal gibt’s keine Christstollen, dafür aber Leipziger Lerchen. Der krönende Abschluss findet wie schon bei der letzten Tour im Kassablanca in Jena statt. Die Band bestreitet vor 600 tobenden Fans ein Konzert, das einem Heimspiel gleicht. Die Konzertsaison endet aber in der Kuppel in Basel, welche auf eine 15-jährige bewegte Geschichte zurückblickt. Die Band feiert gleichzeitig ihr 5-Jähriges, bevor sie sich dann wieder in den Keller zurückzieht, um an neuem Material zu arbeiten.

Neue Babys und Anfragen aus Übersee

Anfragen aus Übersee, Frankreich, England flattern auf den Küchentisch: London, Liverpool, Chicago, Milwaukee, Los Angeles, Portland, Seattle, Vancouver,  New York, Youngstown, Cleveland, Boston, Toronto…Die Band muss leider vorerst ablehnen und kümmert sich um Nachwuchs. Drei kleine Basement Brothers erblicken das Licht der Welt und erfordern Pflege und Aufmerksamkeit. Kleine „Babys“ entstehen auch im Bandlager hoch über  Lungern, nämlich viele Songfragmente, welche zu neuen Songs veredelt und ab Frühjahr 2010 live präsentiert werden. Die musikalischen Highlights 2009 sind sicher die beiden Gigs am wunderbaren Heitere Openair in Zofingen und am Sazavafest in Tschechien vor tausenden tanzwütigen Fans. DRS3 sendet ein Interview und einen Live-Mitschnitt vom Heitere. Tschechien wird wohl unsere zweite Heimat. Abgesehen von der Kulinarik, so nebenbei.

Wir freuen uns auf neue musikalische und kulinarische Highlights im 2010!